Die Einreichungsphase für den INKOMETA Award 2026 hat begonnen. Im Vorfeld der Nominierungen lassen wir INKOMETA Fachjurysprecherin Petra Röthlein vom Münchner Flughafen in unserem Format „Im Gespräch mit…” zu Wort kommen.
Was bedeutet es für Dich persönlich, für ein Jahr die Fachjury des INKOMETA zu leiten – und welchen Akzent möchtest Du setzen?
Die Fachjury des INKOMETA zu leiten, ist für mich eine große Ehre und eine echte Verantwortung. Nach Jahren als Jurorin kenne ich die Bedeutung dieses Preises: Er macht sichtbar, was in der internen Kommunikation wirklich bewegt. Interne Kommunikation wird oft unterschätzt, dabei ist sie das Rückgrat jeder Organisation. Als Sprecherin möchte ich auch einen Akzent setzen: Für uns als Jury zählen nicht nur Hochglanz-Projekte, wir schauen vor allem auf die Wirkung, die die Einreichungen erzielen. Für uns ist eine Kommunikationsmaßnahme dann preiswürdig, wenn sie die Menschen erreicht, Orientierung gibt und Wandel gestaltet.
Du verantwortest den Bereich Corporate Media am Flughafen München – welche Erfahrungen aus Deiner Praxis fließen besonders stark in Deine Juryarbeit ein?
Was mich antreibt – in meiner täglichen Arbeit wie in der Jury – ist die Überzeugung, dass gute interne Kommunikation einen echten Unterschied macht. Am Flughafen München erlebe ich täglich, wie wichtig es ist, Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen und Arbeitsrealitäten zu erreichen. Diese Perspektive möchte ich auch in meiner Juryarbeit einfließen lassen. Ich frage mich deshalb bei jeder Einreichung, ob sie wirklich nah an den Menschen ist oder nur nah an einer guten Idee.
Ist die Interne Kommunikation in Deutschland mutig genug – oder verwalten wir immer noch lieber, statt wirklich zu führen?
Ich glaube, es trifft beides zu. Wie wir beim INKOMETA Award sehen können, gibt es inzwischen wirklich mutige Kommunikationsprojekte, die Haltung zeigen, unbequeme Themen angehen und so Führung aktiv unterstützen. Allerdings gibt es auch noch immer Absicherungsdenken. Es werden Botschaften kommuniziert, die niemanden wirklich erreichen und die auch nicht angenommen werden. Was wir in der INKOMETA Jury feststellen: Immer mehr Einreichungen zeigen, dass der Mut für eine offene und ehrliche Kommunikation wächst.
Wie verändert sich der Blick auf Einreichungen, wenn man plötzlich nicht mehr „nur“ Jurymitglied, sondern Fachjurysprecherin ist?
Als Jurymitglied in der Kategorie „Medien“ habe ich mich auf die Einreichungen in dieser Kategorie konzentriert. Als Fachjurysprecherin muss ich jetzt über den eigenen Tellerrand hinausdenken und auch andere Kategorien im Blick haben. Dabei spielen andere Formate, andere Zielgruppen, andere Lösungsansätze eine Rolle. Dies ist für mich nicht nur spannend, sondern auch lehrreich.
Wo siehst Du aktuell mehr Schein als Sein in der Internen Kommunikation?
Da gibt es für mich durchaus ein paar Punkte. Zum Beispiel eine Kommunikation, die Beteiligung verspricht, aber keine echte Mitsprache meint. Auch hochwertig produzierte Formate, die an der Lebensrealität und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden vorbeigehen sowie Kulturthemen, die intern groß inszeniert, dann aber nicht wirklich gelebt werden, wären hier zu nennen. Glaubwürdigkeit ist aus meiner Sicht das wertvollste Gut interner Kommunikation und das lässt sich nicht produzieren, sondern das muss man sich verdienen.
Gibt es etwas, das Du heute in der Internen Kommunikation nicht mehr akzeptieren würdest – egal wie gut es verkauft ist?
Kritisch wird es für mich dann, wenn Kommunikation Harmonie inszeniert, wo eigentlich Klarheit gefragt wäre. Mitarbeitende wissen meist sehr genau, wie es im Unternehmen wirklich läuft. Aufwendig produzierte Videos, durchgestylte Kampagnen oder tolle Newsletter können beeindrucken, aber wenn ich als Mitarbeitende das, was meinen Alltag wirklich bewegt, nicht wiedererkenne, dann verpuffen diese Maßnahmen. Dann verliert auch die Kommunikation an Vertrauen und die lässt sich bekanntermaßen schwer zurückzugewinnen.
Der INKOMETA-Award setzt sich zum Ziel, gelungene Arbeiten aus der internen Kommunikation zu präsentieren und zu prämieren. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen, Organisationen und Agenturen aus dem deutschsprachigen Raum mit Projekten, die im Jahr 2024, 2025 oder 2026 finalisiert oder konzeptioniert wurden.
Weitere Informationen – unter anderem zur Jury, den Kategorien, zu den Teilnahmebedingungen und Terminen des INKOMETA-Awards – finden Sie auf www.inkometa.de.
Rückfragen bitte an:
Madlen Brückner
Mail: inkometa@scmonline.de
Tel.: 030-47989789
Über SCM:
Die School for Communication and Management (SCM) bietet Weiterbildungen im Bereich interne und externe Unternehmenskommunikation an. Darüber hinaus publiziert die SCM das Fachmagazin BEYOND und Fachstudien, realisiert mit thinkBEYOND einen Podcast und vergibt jährlich den INKOMETA-Award für herausragende Projekte der internen Kommunikation.